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— andreas duck

Fussball ist Laufen nur mit Ball

Gestern hat mich ein guter Kollege mit nach Dortmund ins Stadion geladen. Unter all den gelb/schwarzen war ich zwar etwas deplatziert, aber dennoch guter Laune. Um meine Freude mit der Heimmannschaft zu teilen, habe ich mir auch direkt eine Cap in den Vereinsfarben gekauft und stand in der Kurve oder besser in der “Wand”.

Die Stimmung war gut und das Ergebnis mit dem frühen 1:0 ok. Die Leidenschaft für den Fußball wollte ich dann heute von passiv auf aktiv umstellen. Dazu hat mich der Chef meiner Freundin eingeladen, sie würden jeden Sonntag in der Halle spielen und sich immer über neue Unterstützung freuen.

Die Halle liegt gut fünf Kilometer von der Haustüre entfernt und in Münster ist dies natürlich mit dem Fahrrad gut zu erreichen. Da ich jedoch heute ursprünglich einen langen Lauf geplant hatte, bin ich in den Laufschuhen zur Sporthalle getrabt, meine Freundin auf dem Rad mit den Fußballoutfit im Gepäck nebenher. Der Weg zur Sporthalle führt über die Promenade und dann kurz vor dem Schloss rechts ab, einen Kilometer entlang der 4spurigen Ausfahrtsstraße.

Als wir jedoch die Halle erreichen ist diese leer. Nicht eine Seele im ganzen Gebäude zu finden. Vielleicht haben sie ihr Spielchen auch nach draußen verlegt, schließlich ist März, doch auch auf dem Rasenplatz ist kein Fußballer. Allerdings entdecke ich eine schöne Aschebahn, die uns zum Training einlädt und mit Wind begrüßt. Meine Freundin wird positioniert, so dass sie die Zeit nehmen kann und ich trabe los, nachdem ich die Stoppuhrfunktion am Telefon erläutert habe. Langsamer Trab bis zur Hälfte der Bahn, dann die Kurve und die Startmarke.

Die Beine in der Hand und die Pumpe auf Anschlag ziehe ich gegen den Wind. Das brennt. Bei meiner Freundin angekommen nehme ich die Gänge raus und laufe langsamst wieder zur Markierung, nur um erneut zu explodieren. Ich pfeife wie eine alte Dampflock, die Oberschenkel brennen, die Ohren nehmen das Rauschen des Windes auf und der Tunnelblick stellt sich ein.

Es ist mein erster Lauf auf einer Aschebahn und ich bin mit gemischten Gefühlen unterwegs. Zum Einen habe Bedenken mich auf dem unebenen Untergrund zu vertreten und meine schwachen Bänder zu reißen, zum Anderen finde ich es sehr interessant die eigenen Fußspuren sehen zu können. Doch allein, dass ich mir solche Gedanken machen kann, zeigt mir, dass ich zu langsam bin, zumal ich meine Schrittfrequenz von der ersten Runde nicht halten kann.

Ich lehne mich nach vorn, die Oberschenkel gehen etwas höher, der Mund verzieht sich zur Fratze, nur um den benötigten Sauerstoff mehr einzuatmen. Dann die letzte Halbkurve und an meiner Freundin vorbei. #@§!$%, das war hart. Im Geiste hatte ich mir drei zweier Sets vorgestellt, das war Nummer 1. Ich trotte zu meiner Freundin, gespannt, welche Zeit es zu knacken gibt. Den Puls noch auf 350 sehe ich, dass die Uhr noch immer läuft, weder eine Gesamtzeit, noch eine Rundenzeit festgehalten wurde. Nee, so nicht!

Wütend und gereizt sammle ich meine Lunge wieder ein und trotte los, nach Hause. Da hat mein Sportlerego einen Schlag bekommen, den es erst verkraften muss. Meine Freundin packt noch die Sachen ein und schließt dann wieder auf dem Rad zu mir auf. Wir schweigen, die kompletten 5 Kilometer. Zu Hause angekommen dehne ich mich noch kurz, dann geht es unter die Dusche.

Die Einheit war gut, auch wenn ich weder Fußball gespielt habe, noch eine Zeit festgehalten wurde, aber ich merke in den Beinen, dass es sich gelohnt hat. Nun hat sich auch das Ego beruhigt und liegt wieder auf dem Sofa.